“Die Zukunft ist das Alter”

„Alt. Aus. Amen“ überschreibt Heribert Prantl, Mitglied der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung, seinen Leitartikel zu Ostern. Er befasst sich mit der Hölle der Demenz und der Hölle, die eine auf Leistung, Fitness und Produktivität getrimmte Gesellschaft ihren Alten bereitet.

Die Jungen leben auf Kosten der Alten, die Noch-nicht-Alten stecken in einem Generationkrieg gegen ihre Väter und Mütter, die Alten sind nichts als ein Unglück, das immer größer wird: Das ist die Grundmelodie statistikhöriger Politiker und Prognostiker, die mit ihren Excel-Tabellen immer neue Mindestrentenalter errechnen – mittlerweile sind wir, so das Rostocker Max-Planck-Institut für demografische Forschung, bei 72.

Prantl, einer der einflussreichen Journalisten der Republik, erhebt in diesem Leitartikel seine Stimme gegen die Ausgrenzung der Alten, ihre Abschiebung in eine unerwünschte Parallelgesellschaft, gegen den furchtbaren Verlust moralischer Leitwerte. Zitat (leider noch kein direkter Link vorhanden):

„ ‚Kinder sind unsere Zukunft’ – das hört man in der Politik jeden Tag. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Zur ganzen gehört: Auch die Alten sind ‚unsere Zukunft’, denn die Zukunft ist das Alter. Der Respekt vor den Kindern und der Respekt vor den Alten gehören zusammen; er ist das Band, welches das Leben umspannt.“

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Eine Antwort zu “Die Zukunft ist das Alter”

  1. Peter J. Hakenjos schreibt:

    Es ist schon verblüffend, wie selten die Politik und die verehrten Wirtschaftswissenschaftler den Taschenrechner zur Hand nehmen! Das Bruttoinlandsprodukt ist seit der Gründung der BRD in unglaublichem Maß angestiegen, die Bevölkerungszahl aber gleich geblieben. Warum sollte dann irgendein junger Mensch auf irgendetwas verzichten müssen? Das Problem ist doch vielmehr der hohe Außenhandelsüberschuss, der Güter ins Ausland abfließen und dort Arbeitslosigkeit entstehen lässt. Was mit dem nach Deutschland zurückgeflossenen Geld in Griechenland, Spanien usw. angerichtet wurde, sollte heute jeder wissen.

    Die Verlängerung der Lebensarbeitszeit ist nur dann dienlich, wenn genügend Arbeitskraft nachgefragt wird. Ist dies nicht der Fall, dann nehmen die Alten den Jungen auch noch die Arbeit weg. Das wäre nicht die Lösung des Problems, siehe Spanien.
    Wir sollten uns nichts vormachen: auch mit einem steigenden Anteil alter Menschen muss kein junger Mensch bei wachsender Produktivität ärmer werden.

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